bAV, Rentenverlust

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge ist die Entgeltumwandlung die am häufigsten anzutreffende Finanzierung. Hierbei verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Einkommens zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung. Fast jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG) bis zu 4% des Betrags der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Achtung: Durch die fehlenden Einzahlungen in die "Rentenkasse" entsteht später ein dauerhafter monatlicher Rentenverlust!
Ihre Angaben
Monatliche Entgeltumwandlung 
Zeitraum 
Jahre
Rentenanpassung

Arbeitsort

Ihr Ergebnis
Einzahlungen in die bAV

Fehlende Entgeltpunkte bei Verrentung

Rentenwert bei Verrentung


Monatlicher Rentenverlust

Durchschnittliche Rentenanpassung in den letzten 10 Jahren: West 2,0%, Ost 2,8%
Hinweis zur Berechnung: Die fehlenden Entgeltpunkte ergeben sich aus der Division des Beitrags zur betrieblichen Altersvorsorge durch das durchschnittliche Jahresarbeitsentgelt. Dieses ist in den letzten 15 Jahren jährlich um 1,8% gestiegen (statistischer Mittelwert) und in die Berechnung fest eingearbeitet.

Rahmendaten West / Ost

Bemessungsgrenze Rentenversicherung:
Durchschnittseinkommen:
Rentenwert:
Da die Entgeltumwandlung steuerliche Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bringt (keine Lohnsteuer und keine Sozialabgaben in der Ansparphase), ist diese Variante scheinbar sehr vorteilhaft. Aber lohnt es sich wirklich?


Beispiel

Wenn ein 30-jähriger Arbeitnehmer mit 3000 € Bruttogehalt eine Gehaltsabtretung von 200 € monatlich vereinbart, spart er den anteiligen Rentenversicherungsbeitrag von 18,60 €.
Der Deutschen Rentenversicherung fehlen jährlich 2400 € rentenversicherungspflichtiges Einkommen. Daraus resultiert bereits für das Jahr 2019 ein Verlust von 0,06169 Entgeltpunkten oder 2 € Rente. Bei einer Rentenanpassungen von 2% pro Jahr (Durchschnitt 2009-2019) und der Annahme einer Erhöhung des für die Berechnung maßgeblichen Durchschnittseinkommen um ca. 1,8% pro Jahr ergeben sich 1,731 fehlende Entgeltpunkte nach 37 Jahren. Daraus entsteht ein dauerhafter, monatlicher Rentenverlust von ca. 119 €!

Der errechnete Rentenverlust kann nur ein Schätzwert sein, da Durchschnittseinkommen und die jährliche Rentenanpassung über einen grossen Zeitraum kaum zu kalkulieren sind und die Entgeltumwandlung in vielen Fällen vertragsabhängig an die Gehaltsentwicklung angepasst sein kann.


Alternative Sparplan oder "Geldspeicher"

Der Gehaltsverzicht von monatlich 200 € in der Steuerklasse III ergibt 2019 einen Nettoverlust von ca. 118 €.

Ohne bAV stünden folglich monatlich 118 € netto für eine konventionelle Geldanlage, z.B. Sparplan, zur Verfügung.
Nach 37 Jahren (dann ist der Beispielarbeitnehmer 67) und einem angenommenen Zinssatz von 1% ergibt sich dann mit Berücksichtigung der Abgeltungssteuer eine Nettoansparsumme von 63.364 € auf dem Konto. Davon könnten bei gleichbleibender Verzinsung über 20 Jahre monatlich 292 € netto zur Lebensverbesserung entnommen werden.
Der monatliche Rentenverlust von 119 € bei der Altersrente entfällt und der Arbeitnehmer hätte bis ins hohe Alter von 87 Jahren folglich sogar 411 € monatlich mehr in der Kasse ... steuerfrei. Auch wenn Sie das Geld in Ihren "Geldspeicher" gelegt hätten, wäre der finanzielle Vorteil immerhin noch 337 €.

Bei einer konventionellen Geldanlage zur Altersabsicherung können Sie jederzeit zum Anbieter mit den besseren Konditionen wechseln, haben im Notfall immer Zugriff ohne Verluste, zahlen auf das entnommene Geld im Alter keine Steuern und Sozialabgaben und machen sogar noch Ihren Erben ein Geschenk, wenn Sie das Kapital nicht aufgebraucht haben ... den Versicherungsanbietern machen Sie mit der Entscheidung natürlich keine Freude!

Angebote von Versicherungsgesellschaften (nur das garantierte Ergebnis) zum Vergleich.

  • Allianz Rentenversicherung "Perspektive": lebenslange Rente 263 € monatlich!
  • Cosmos Direkt "Privatrente": lebenslange Rente 289 € monatlich!
  • HUK "Premiumrente": lebenslange Rente 250 € monatlich!
Die Rente aus der Direktversicherung muss versteuert werden und auch Kranken-und Pflegeversicherung fallen in vollem Umfang (18,55%) an!


Betriebliche Altersvorsorge, Sicherheit

Die Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge können mitgenommen werden wenn der Arbeitnehmer den Arbeitgeber wechselt. Auch bleibt das investierte Geld bei Bezug von Arbeitslosengeld II unangetastet.

Bei der Direktzusage gibt es zwei Auszahlungsmöglichkeiten. Je nach Vereinbarung kann es eine lebenslange Rente oder eine einmalige Zahlung sein. Prüfen Sie mit realistischen Annahmen welche Version für Sie günstiger ist. Falls Ihr Arbeitgeber insolvent wird, übernimmt der Pensionssicherungsverein (PSV) die Zahlungsverpflichtung.

Stichworte: bAV Betriebliche Altersvorsorge, Rentenverlust berechnen

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