Witwenrente

Wenn ein Ehepartner stirbt, hat der andere einen Anspruch auf Witwer- oder Witwenrente. Bei der Höhe der Leistungen wird zwischen der großen und der kleinen Witwenrente unterschieden.

Ihre Angaben
Grosse Witwenrente
Eheschließung vor 2002
Alte Bundesländer
Sterbedatum vor 2002
Geburt eines Partners vor 1962
Hinterbliebener ist Rentner
Leistungsbeginn vor 2011

Rentenanspruch / Rente¹ des Verstorbenen 

Einkommen / Rente¹ des Hinterbliebenen 

Betriebsrente, VBL, Kapitaleinkünfte 

Waisenberechtigte Kinder

Ihr Ergebnis
Witwenrente



¹ Sozialrente und Sozialrentenanspruch. Alle Einkünfte sind Bruttowerte.

Rahmendaten

West
Rentenwert:
Freibetrag:
Kinderfreibetrag :

Ost
Rentenwert:
Freibetrag:
Kinderfreibetrag :


Bedingungen für die große Witwenrente

Der (die) Hinterbliebene muß:
  • bis 2012 das 45. Lebensjahr vollendet haben
  • bis 2029 das 47. Lebensjahr vollendet haben
oder
  • ein minderjähriges Kind erziehen
  • für ein behindertes Kind sorgen
  • vermindert erwerbstätig sein.
Das aktuelle Mindestalter für den Bezug der großen Witwenrente ist
Stirbt der Partner vor seinem 60. Geburtstag, wird die Witwenrente um 10,8% (Abschlag) gekürzt! Ist der Partner nach seinem 62. Geburtstag verstorben, wird die Witwenrente ungekürzt gezahlt. Auch diese Altersgrenzen werden bis 2024 um 2 Jahre angehoben.


Eheschließung vor dem 01.01.2002

Liegen die Voraussetzungen für die große Witwenrente nicht vor, kann nur eine kleine Witwenrente gezahlt werden.
Ohne die Berücksichtigung anzurechnender Einkommen würde die kleine Witwenrente 25% und die große Witwenrente 60% von der Rentenerwartung betragen.


Eheschließung nach dem 31.12.2001

Grundvoraussetzung für eine Witwenrente ist, dass die Ehe mindestens ein Jahr gedauert hat. Hat die Ehe weniger als ein Jahr gedauert, ist ein Witwenrentenanspruch nur möglich, wenn die Ehe nicht allein oder überwiegend aus Versorgungsgründen geschlossen wurde oder der Tod aufgrund eines Unfalls eingetreten ist.
Liegen die Voraussetzungen für die große Witwenrente nicht vor, kann längstens für die ersten 24 Kalendermonate nach dem Tod eine kleine Witwenrente gezahlt werden.
Ohne die Berücksichtigung anzurechnender Einkommen würde die kleine Witwenrente 25% und die große Witwenrente 55% von der Rentenerwartung betragen. Die Beiträge können sich jeweils um Zuschläge für Kinder erhöhen.


Anzurechnendes Einkommen

Auf eine Witwenrente wird eigenes Einkommen des Hinterbliebenen unter Berücksichtigung eines sich jährlich erhöhenden Freibetrages angerechnet. Dies gilt nicht bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach dem Tod des Versicherten.

Der Freibetrag errechnet sich aus dem 26,4-fachen des Rentenwerts, der jeweils am 1.Juli des Jahres durch den Gesetzgeber neu festgelegt wird! Der Freibetrag für jedes waisenberechtigte Kind errechnet sich aus dem 5,6- fachen des Rentenwerts.

Nach §18b SGB IV wird das dann zu berücksichtigende Einkommen beim Arbeitsentgelt um 40% und bei einer Rente abhängig vom Leistungsbeginn um 13% (vor 2011) oder 14% (ab 2011) gekürzt.


Vertrauensschutzregelung

  • Es gilt Vertrauensschutz, wenn:
  • Der Partner vor dem 1.1.2002 verstorben ist.
  • Der Partner nach dem 31.12.2001 verstorben ist, die Ehe aber vor dem 1.1.2002 geschlossen wurde und mindestens einer vor dem 2.1.1962 geboren wurde.
Bei Vertrauensschutz werden folgende Einkommensarten auf die Witwenrente nicht angerechnet:
  • Betriebsrenten
  • Zusatzrenten aus öffentlich-rechtlicher Versorgung, z.B. VBL
  • Einkommen aus Vermögen
  • Renten aus privater Vorsorge


Beamter und Witwenrente

Bei Beamten ist die Witwenrentenberechnung ähnlich der Berechnung der gesetzlichen Witwenrente. Die Witwenrente beträgt 60% (55% bei Eheschließung nach dem 31.12.2001) vom Ruhegehalt (Pension) des Verstorbenen (§20 BeamtVG). Kinder des Verstorbenen erhalten 12% und Vollwaisen 20% des Ruhegehalts (§24 BeamtVG). Das Einkommen der Hinterbliebenen wird anteilig gegengerechnet. Das Witwengeld (Witwenrente) beträgt aber nach §53 BeamtVG mindesten 20% vom Versorgungsbezug.


Wegfall der Witwenrente und Rentenabfindung

Wenn Witwen oder Witwer wieder heiraten, verlieren Sie ihren Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Sie müssen dem Rentenversicherer die neue Heirat umgehend mitteilen! Auf Antrag bekommen Sie dann eine Rentenabfindung ... sie beträgt das 24-fache der durchschnittlichen Witwenrente der letzten 12 Monaten.
Wenn Sie selbst bereits eine Rente beziehen können Sie keine Abfindung erhalten!

Stirbt der neue Partner oder wird die zweite Ehe geschieden, haben Sie wieder Anspruch auf die "alte" Witwenrente. Es muß allerdings erneut ein Rentenantrag gestellt werden. Die Hinterbliebenenrente oder eventuelle Unterhaltsansprüche aus der zweiten Ehe werden angerechnet.


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