"Frugalismus", Kapitalfinanzierte Auszeit vor Renteneintritt

Frugalisten sparen einen (großen) Teil des Einkommens um früher in Rente gehen zu können. Im Internet findet man viele Artikel zu diesem Thema. Wenn Minimalisten mit netto 4.000 € von 2.000 € leben und 2.000 € in ETF's mit 5% Rendite anlegen kann man natürlich mit 20 Jahren anfangen zu sparen und mit 40 Jahren eine Auszeit vor der Rente nehmen.

In Beispielrechnungen werden die Anlagezinsen gerne zu hoch angesetzt und die Inflationsrate ignoriert.
Nehmen Sie z.B. eine realistische Auszeit vor Renteneintritt oder lassen Sie sich für eine längere Zeit beurlauben und lernen Sie die Welt kennen. Das Kapital wird in der Auszeit vollständig aufgebraucht.

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Grundsätzlich

Ein Renteneintritt mit 67 Jahren ist für Bürger, die nach 1964 geboren sind, aktuell gesetzlich vorgegeben. Ein vorzeitiger Renteneintritt ist mit erheblichen Verlusten verbunden. Mit 67 noch beruflich aktiv zu sein mag für einige zutreffen, aber dem Dachdecker ist dieses nicht zumutbar.
Ein vorzeitiger Renteneintritt mit z.B. 63 Jahren ist zwar möglich, aber schmälert die ohnehin magere Rente um 14,4%.
Eine Alternative wäre eine Auszeit vor dem Renteneintritt. Die Rentenkürzung durch den Abschlag entfällt, aber es fehlen die Einzahlungen in die Rentenversicherung in der Auszeit. Rechnen Sie nach!

Inflation und Rentenanpassung

Bei einer langfristigen Kalkulation sind Inflation und Rentenanpassungen eine wichtige Größe. Eine Rentenberechnung erfolgt immer unter Nutzung des aktuellen Rentenwerts. Wenn Sie allerdings wissen wollen welche Rente Sie in 30 Jahren erhalten empfehle ich mit einem statistischen Mittelwert von 2% Rentenerhöhung zu arbeiten. Die vermutliche Rentenhöhe wird damit annähernd errechnet, aber welchen Wert (Kaufkraft) hat diese Rente. In dem Programm können Sie auch die Inflationsrate einstellen und sehen dann ob Sie von dieser Rente leben können.

Im Ergebnis sollten der Entnahmebetrag in der Auszeit nicht kleiner sein als die Rentenerwartung. Wenn die Anlagerendite nicht ausreicht müssen Sie den monatliche Sparbetrag erhöhen oder eine kürzere Auszeit nehmen.
Bei einer sehr hohen Anlagerendite (ETF?) könnten Sie auch den Sparbetrag verringern oder so lassen und in der Auszeit ein sehr gutes Leben führen ... bis zur Rente ;-)

Informieren

Kennen Sie Ihre monatlichen Ausgaben? Vermutlich nicht, den Ausgaben entstehen jährlich, halbjährlich, monatlich oder im Quartal. Mein Haushaltsrechner ermittelt Ihre monatlichen Ausgaben und zeigt Ihnen, ob "noch Luft nach oben" ist.
Welche Sparrate ist nach Abzug aller Kosten realistisch?

Krankenversicherung

Wer kein Einkommen hat und keine Familienversicherung möglich ist, muss sich freiwillig gesetzlich versichern. Die Krankenkasse verlangt einen Mindestbeitrag. Für die Versicherung wird ein fiktives Monatseinkommen von 1.096,67 € festgelegt. Mit einem KV-Beitrag von 14,6%, Zusatzbeitrag 1,3%, Pflegeversicherung 3,05% werden monatlich 207 € fällig.

Betriebliche Altersvorsorge (bAV) nachrechnen

Sie sind 30 Jahre alt, wollen für Ihr Alter vorsorgen und investieren monatlich 200 €.
Angebot der Allianz "KomfortDynamik": garantierte Rente 208 €, nicht garantierte Rente 654 € auf der Basis einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung von 4,5-6%!
Rechnen Sie nach mit dem Frugalistenrechner: Sparphase 37 Jahre, Auszeit 23 Jahre (dann sind Sie stolze 90 Jahre alt). Bei einer Rendite von 5% erhalten Sie eine monatliche Auszahlung von 654 €. Dafür wäre eine monatliche Sparrate von 86 € erforderlich. Sie haben aber 200 € eingezahlt.
Betriebliche Altersvorsorge über eine Versicherung lohnt sich für den Versicherer aber nicht für Sie. Dazu kommt noch ein erheblicher Rentenverlust durch die Einzahlungen, siehe bAV-Rechner

Stichworte: frugalismus, minimalismus, auszeit, frugalisten-rechner, sparen und vorzeitig in Rente gehen